Ich durfte etwas ausholen mit meinem persönlichen Werdegang und berichtete dann, dass in meiner Praxis für Hypnose und Coaching öfter auch mal „grenzwertige“ Klienten (also an der Grenze zum Patienten) ankommen und dass ich dann Sicherheit im Umgang mit psychischen Störungen haben möchte.
Anmerkung
“Sich vorstellen”
Bereite Dich gut auf diese Frage vor.
Wichtig ist Dein Auftreten, Deine praktischen Erfahrungen in Beratungen/Therapie, Praktikas, Ausbildungen/Fortbildungen etc.
Als Vorgeschichte ist alles relevant, das auf Erfahrung mit psychisch Kranken hinweist und Dein “Warum”.
Erwähne, dass Du eine Praxis eröffnen möchtest und welches Verfahren Du einsetzen bzw. mit welcher Zielgruppe Du arbeiten willst.
Zur Vorstellung gehört auch die mögliche Zielgruppe zu kennen. Wenn Du bestimmte Krankheitsbilder behandeln willst, bedenke, dass Dein Therapieverfahren dafür auch indiziert sein muss und Du die nötige Erfahrung hast, sowie das krankheitsspezifische Vorgehen kennst.
Was wissen Sie über Angststörungen und wie grenzen Sie diese zu ängstlichen Persönlichkeitsstörungen ab?
Prüfling
Habe sie genannt und beschrieben, dann ein bisschen zu PS. Hier war „ich-synton“ das Wort, das sie hören wollte.
Anmerkung
Angststörungen
Angst ist grundsätzlich ein Gefühl, das auch seine Berechtigung haben kann, z.B. wenn es uns vor realen Gefahren warnt (z.B. davor, aus dem 10. Stock zu springen, weil es lebensgefährlich ist).
Wenn wir jedoch starke Ängste empfinden, obwohl es keine wirkliche Gefahr im Außen gibt, bzw. die potentielle Gefahr katastrophisiert wird, kann sich daraus eine pathologische Angst in Form einer Angststörung entwickeln (z.B. nicht mehr das Haus verlassen zu können, aus Angst von einem Hund angefallen zu werden). Diese Ängste schränken Betroffene auch im Alltag stark ein.
Persönlichkeitsstörungen Beschreibung:
Abweichung der Persönlichkeit zur Normalbevölkerung
(Charakter = ich-synton)
zeigt sich über abweichende Denk-, Wahrnehmungs-, Reaktions- und Beziehungsmuster
nicht 'heilbar’
Leidensdruck entweder selbst oder im näheren Umfeld
Beispiel: "ich werde wieder rot werden und vor mich hinstammeln, wenn ich an die Tafel muss" zu nachher "ich weiß und bin überzeugt, dass ich den Vortrag gut halten kann"
oder z.B. Rede vor Therapeut halten, aufnehmen auf Kamera, vor Publikum, usw.
Anmerkung
Vorgehen kognitive Verhaltenstherapie bei Angststörungen:
Psychoedukation:
Therapeut erklärt dem Betroffenen, welche Faktoren zur Entstehung und zur Aufrechterhaltung der Störung beitragen und welche Rolle unrealistische Ansprüche und Gedanken, sowie das Vermeidungsverhalten spielen
Kognitive Umstrukturierung:
Überprüfung und Veränderung von ungünstigen Gedanken
Therapeut hinterfragt die Gedanken des Patienten, die sich auf die Bewertung durch andere beziehen
Weiß der Betroffene wirklich, wie andere Menschen über ihn denken? Weshalb ist er sich sicher, dass andere sein Verhalten als peinlich empfinden?
oft laufen Gedankengänge automatisch ab, sodass sie nicht bewusst sind.
Therapeut schult den Patienten darin, unrealistische und angstmachende Gedanken zu erkennen und zu verändern - Verankerung realistische Denkmuster, die weniger bedrohlich sind
Rollenspiele
Konfrontation mit Ängsten
Rollenspiele sollen reale Situationen nachstellen
z.B. vor den anderen Teilnehmern eine Rede halten
dient Entwicklung von Kompetenzen, die Klient im sozialen Umgang sicherer machen
Expositionstherapie
Konfrontation mit den Ängsten des Patienten außerhalb einer Klinik oder Praxis
In der Öffentlichkeit begeben sich die Betroffenen in für sie unangenehme Situationen
Steigerung der Herausforderungen bis Habituation (= Gewöhnungseffekt) eintritt
neue Erfahrung, dass befürchtete Reaktionen nicht eintreten (neutrale oder sogar positive Reaktionen)
"30-jähriger Patient hatte vor 3 Monaten einen Unfall. Er kam hinkend in die Praxis. Beim Hausarzt war er gewesen und wollte ein paar Schlafmittel. Dieser schickte ihn aber zu mir. Er ging wieder arbeiten, war aber sonst „nicht so gut drauf“."
Prüfling
Ich habe SOSP gemacht (DANKE DAVID! das kam super an.)
Nach ein paar Rückfragen war dann auch der Unfall als potenziell lebensbedrohlich beschrieben und sie war mit PTBS als Verdachtsdiagnose sehr zufrieden.
Anmerkung
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Der Amtsarzt hatte dann noch ein Fallbeispiel für mich:
“50-jähriger Patient, verwahrlost, vergesslich, verheiratet, Gewichtszunahme in den letzten Wochen.”
Prüfling
SOSP fanden sie super. Als ich beim „O“ war und der Patient noch nicht hausärztlich oder anderweitig ärztlich untersucht war, bin ich erst einmal auf die Gewichtszunahme eingegangen, hirnorganisch, tumorös, unbedingt internistisch abklären lassen…
Anmerkung
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